St. Johannes der Täufer Bad Segeberg
Nachdem durch den dänischen König Christian III. 1542 die Reformation eingeführt war, gab es beinahe 400 Jahre lang in Bad Segeberg keine katholischen Gottesdienste mehr.
Am 9. Juni 1909 wurde im damaligen Hotel "Stadt Hamburg" von Kaplan Müscher aus Lübeck für zwei deutsche Familien und zahlreiche polnische Saisonarbeiter die erste Hl. Messe seit der Reformation gefeiert.
Während des 1. Weltkrieges wurde in Bad Segeberg ein Lazarett eingerichtet. Den Soldaten und Kriegsgefangenen sowie wenigen einheimischen Katholiken wurde der große Kursaal für Messfeiern zur Verfügung gestellt. Nach Abzug der Soldaten und Kriegsgefangenen nach Kriegsende schrumpfte die Gemeinde wieder. Nun wurde die Aula des Seminargebäudes als Gottesdienstraum genutzt - sogar mit einer Orgel ausgestattet! Nach der Auflösung des Lehrerseminars wurden die Gottesdiente im damaligen Hotel "Harmonie" gefeiert.
Auch während des 2. Weltkrieges fanden Katholiken in Lazaretten, Arbeits- und Gefangenenlagern sowie gegen Ende des Krieges die ersten Heimatvertriebenen wenigstens für Stunden einen Ort des Trostes und ein Gefühl von Heimat in der Kirchengemeinde. War die erste Zeit nach Kriegsende vor allem geprägt von Not und Improvisation kristallisierte sich jetzt eine gewisse Ordnung heraus. Die nach wie vor prekäre Flüchtlingssituation und das damit verbundene rasante Wachstum der Gemeinde erforderte aber auch einen verstärkten Einsatz über die rein pastoralen Dienste hinaus.
Die feierliche Grundsteinlegung für die heutige Kirche St. Johannes der Täufer erfolgte am 03.05.1953. Am 20.11.1953 fand schließlich die feierliche Weihe der Kirche statt. 411 Jahre nach dem Verbot katholischer Gottesdienste hatte die Segeberger katholische Gemeinde ein eigens erbautes Gotteshaus!