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11.09.2007: Unsere Kirche ist reich – an Menschen

Pilgerwanderung auf dem Mönchsweg vom 12. bis 25. August 2007

Es gäbe so manches über die Pilgerwanderung zu berichten, etwa dass wir in 14 Tagesetappen 90 Stunden auf den Beinen waren und über 440.000 Schritte gemacht haben...

auf dem Deich an der Stör
auf dem Deich an der Stör

...und dabei nahezu 33.000 Kilokalorien an Energie aufwenden mussten; dass wir 27 Kirchen besichtigt haben und die Gastfreundschaft von 13 Kirchengemeinden für unsere Übernachtungen in Anspruch genommen haben; dass wir die Erfahrung machen durften, dass der Mensch eigentlich mit Wenigem auskommen kann. Insgesamt nahmen 37 Menschen an der Pilgerwanderung teil, die meisten von ihnen vier bis zehn Etappen. Sieben Pilgerinnen und Pilger gingen alle 14 Etappen von Glückstadt bis Burg mit. Einen Tag lang begleiteten uns 18 Menschen der Paul-Gerhard-Gemeinde Kiel, an einem anderen Tag 20 Personen aus Oldenburg.

Doch das Eindrucksvollste für mich waren die Hilfsbereitschaft und die zahlreichen Begegnungen mit Menschen – in den Kirchengemeinden, unterwegs und in unserer Pilgergruppe. Dabei konnte man erleben: Unsere Kirche ist reich – an Menschen, die mit ihren Begabungen und mit ihrem Engagement für ihre Kirchengemeinde so unterschiedlich sind, dass sie mich an einen bunten Blumenstrauß mit Sommerblumen erinnern. Dieser Blumenstrauß ist deshalb so schön, weil er aus Blumen unter-schiedlicher Farbe und Form besteht. So ist es auch mit den Menschen in unserer Kirche. In diesem Zusammenhang müssen auch Olaf Rieck und Rainer Meichsner aus Zarpen und Reinhard Dörge aus Groß Wesenberg genannt werden, die unsere Schlafsäcke und das persönliche Gepäck von einem Etappenziel zum anderen transportierten. Möglich wurde das, weil Jürgen Grube aus Zarpen dafür seinen PKW-Anhänger zur Verfügung stellte. Danke.

Und ein weiteres ist mir wichtig geworden: Täglich gingen wir jeden Vormittag und jeden Nachmittag bis zu einer Stunde schweigend und meditierend. Dabei zeigte sich, dass das anfangs gar nicht so einfach war. Es gab so vieles, was mich ablenkte: Der Geräuschpegel der Umgebung, der Asphalt unter den Füßen, die Menschen um mich herum. Erst nach Tagen war ich in der Lage, das alles nicht mehr wahrzunehmen, in mich hinein zu horchen und mich auf einen Gedanken zu konzentrieren, etwa auf die Frage: Wer bin ich, woher komme ich und wohin gehe ich.

Schließlich wurde mir in diesen 14 Tagen ein Drittes wichtig: Die Zwiesprache mit Gott. Jede Tagesetappe begannen wir in der jeweiligen Kirche mit einer kurzen Morgenandacht. Niemals begaben wir uns ohne Reisesegen auf den Weg. Und jeder Tag schloss in der gastgebenden Kirche mit einer Abendandacht. Dabei hatte jeder von uns Pilgern die Gelegenheit, das zu sagen, wofür er an diesem zurückliegenden Tag zu danken hatte, und was ihn bedrückt.

Alles in allem war die Pilgerwanderung für jeden der dabei war, eine persönliche Bereicherung.

Klaus-Rainer Martin, KircheAktiv



www.kirche-aktiv.de